KI im Marketing: So wird aus Experimenten eine tragfähige Strategie

KI verspricht effizientere Prozesse, bessere Entscheidungen und schnelleres Wachstum im Marketing. Ob dieses Potenzial real wird, hängt jedoch weniger von Tools als von der richtigen Integration ab. Planinja gibt Tipps für eine gute KI-Marketing-Strategie.

schedule Lesezeit ca. 5 min

Künstliche Intelligenz ist im Marketing längst angekommen. In vielen Teams wird sie bereits eingesetzt, etwa zur Erstellung von Texten, zur Auswertung von Daten oder zur Automatisierung wiederkehrender Aufgaben. Diese ersten Anwendungen zeigen, welches Potenzial in der Technologie steckt. Gleichzeitig wird aber auch deutlich, dass einzelne Tools allein noch keine nachhaltige Veränderung der Produktivität bewirken.

Viele Unternehmen befinden sich deshalb gerade an einem Übergangspunkt: Die Phase des Ausprobierens endet, und es entsteht die Frage, wie KI sinnvoll und dauerhaft in Marketingprozesse integriert werden kann. Es geht heute weniger darum, ob man KI nutzt, sondern vielmehr darum, wie daraus echter Mehrwert entsteht.

Warum die Umsetzung oft an internen Hürden scheitert

Obwohl das Potenzial der generativen KI breit anerkannt ist, bleibt die flächendeckende Einführung eine Herausforderung. Die größten Hemmnisse sind meist organisatorischer Natur: 

  • Fehlendes Know-how und Ressourcen: In vielen Führungsetagen herrscht noch ein Wissensdefizit über die tatsächlichen Potenziale.
  • Datenschutz und Regulierung: Anforderungen an den Datenschutz und rechtliche Unsicherheiten bremsen Projekte aus.
  • Strukturelle Silos: Marketing, IT und Vertrieb arbeiten oft isoliert, was den Zugang zu einheitlichen Datensätzen erschwert.
  • Kulturelle Vorbehalte: Die Angst der Mitarbeitenden vor Fehlern oder dem Verlust des Arbeitsplatzes behindert die Akzeptanz.

KI-Kultur Kreislauf

Für eine sinnvolle Integration ist der Aufbau einer KI-fähigen Kultur entscheidend, die als selbstverstärkender Kreislauf (Flywheel) funktioniert:

Aufbau einer KI-fähigen Kultur durch Use-Case-Findung, Steigerung der Akzeptanz und der Kompetenzen.

Durch gezielte Weiterbildung werden Learnings generiert, die das Fundament bilden. Mit steigender Kompetenz wiederum können neue, wertschöpfende Use Cases gefunden und implementiert werden. Positive Praxisbeispiele und Erfolge nehmen die Angst vor der Technologie und steigern die Akzeptanz im Team. Dies führt wiederum zu einer höheren Bereitschaft, tiefergehendes Wissen aufzubauen – der Kreislauf beginnt von vorn und beschleunigt die Transformation nachhaltig.

So sorgst Du für eine bessere KI-Integration

Der entscheidende Hebel ist, KI nicht als zeitlich begrenztes Projekt mit festem Enddatum, sondern als Einstellung und kontinuierlichen Prozess zu betrachten. Ein erfolgreicher Einstieg lässt sich in die folgenden Bausteine gliedern:

1. Die Bestandsaufnahme (Assessment)

Bevor investiert wird, muss der Status quo in fünf Bereichen geprüft werden:

  • Menschen und Kultur: Wie offen ist das Team für Veränderungen?
  • Governance: Welche rechtlichen und ethischen Standards müssen wir setzen?
  • Prozesse: Wo hakt es aktuell in der operativen Zusammenarbeit?
  • Infrastruktur: Sind unsere Daten digitalisiert, bereinigt und zugänglich?
  • Projekte: Welche Erfahrungen haben wir bereits gesammelt? Wo können wir erste Learnings ziehen?

2. Zentrale Koordination

Um Ineffizienzen und teure Doppelstrukturen zu vermeiden, empfiehlt sich ein zentral koordiniertes Modell. Eine Art Kompetenzzentrum bündelt Expertenwissen und legt Leitplanken fest, während die operative Eigenverantwortung dezentral in den Fachbereichen (z.B. dem Content-Team) bleibt.

Zentral sollten vor allem Mitarbeitende mit eigenem Interesse und/oder aus verschiedenen Teams den Austausch organisieren. Niemand sollte dazu gezwungen werden. Wer genug Eigeninteresse mitbringt, ist oft auch besser darin, andere Mitarbeitende mitzunehmen und zu motivieren. Am besten sind Leute mit unterschiedlichen Fähigkeiten Teil des Austausches. Ob die Management-Ebene eingebunden wird oder nicht ist jedem selbst überlassen.

Die Schnittstelle ist sozusagen die zentrale Koordinationsinstanz. Seine Hauptaufgabe ist es, den Überblick über alle KI-Aktivitäten im Unternehmen zu behalten und sicherzustellen, dass die KI-Strategie sich ganzheitlich auf die Geschäftsziele einzahlt:

  • Strategie und Priorisierung: Das Kompetenzzentrum legt die generelle Richtung der KI-Integration fest und priorisiert Projekte sowie Use Cases abteilungsübergreifend.
  • Wissensmanagement: Es sammelt Erfahrungen aus verschiedenen Abteilungen, bereitet diese auf und teilt Best Practices im gesamten Unternehmen.
  • Schulung und Kompetenzaufbau: Es organisiert Weiterbildungsprogramme, Workshops oder E-Learning-Kurse, um die KI-Kompetenz der Belegschaft und Führungskräfte kontinuierlich zu fördern.
  • Infrastruktur und Tools: Es behält den Überblick über die technische IT-Landschaft, stellt geeignete Tools zentral bereit und sorgt für ein sauberes, unternehmensweites Datenmanagement.
  • Schnittstellenfunktion: Es fungiert als verbindendes Glied zwischen dem C-Level (Geschäftsführung), der IT und den operativen Fachabteilungen (wie dem Marketing), um Silobildung zu verhindern.

3. Use-Case-Findung in den Fachabteilungen

Die Identifizierung der Use Cases findet direkt in den Fachabteilungen statt. Während das Kompetenzzentrum den Rahmen vorgibt, wissen die Marketing-Teams am besten, wo im Arbeitsalltag Reibungsverluste entstehen oder welche Daten für Zielgruppenanalysen fehlen. Das stellt sicher, dass Lösungen reale Probleme lösen und nicht am Bedarf vorbeientwickelt werden.

Planinja-Tipp

Dadurch, dass Du Kompetenzen zum einen zentral organisierst, aber gleichzeitig die KI-Use-Cases in den Fachabteilungen lässt, stellst Du sicher, dass Lösungen direkt dort entstehen, wo das operative Know-how sitzt. Gleichzeitig verhinderst Du durch die zentrale Steuerung doppelte Prozesse. Diese Balance zwischen „Leitplanken“ und „Freiraum“ ist der Schlüssel, um KI-Projekte nachhaltig zu skalieren und echte Wettbewerbsvorteile zu erzielen.

Die zukünftige Rolle von Mensch und KI

Ein großes Thema während der Integration ist die Rolle des Menschen in dem Prozess. Je mehr man sich mit dem Thema beschäftigt, desto deutlich wird, dass KI menschliche Arbeit nicht ersetzt, sondern verschiebt. Die KI fungiert idealerweise als Kreativ- und Produktivitätspartner.

KI übernimmt vor allem Menschen bleiben entscheidend für
Routineaufgaben Strategische Entscheidungen
Datenanalyse Kreative Bewertung
Skalierung von Inhalten Einordnung von Ergebnissen
Geschwindigkeit in Prozessen Verantwortung gegenüber Kunden

Gerade im Marketing entsteht Erfolg erst durch das Zusammenspiel beider Seiten.

Fazit: KI-Integration

Mithilfe dieser kleinen Organisationshilfe schaffst Du es, KI langfristig in dein Unernehmen zu implementieren. Gleichzeitig zwingt die Technologie dazu, den eigenen Fokus zu schärfen und den tatsächlichen Kundennutzen stärker in den Mittelpunkt zu stellen. Dieser Prozess braucht seine Zeit, aber auch den Willen, Dinge im Unternehmen zu verändern.

Unser Workshop zum Thema

Einen ganz praktischen Aufschlag bietet unser Workshop zum Thema. Entwickle ein klares Verständnis dafür, wo KI wirklich Mehrwert schafft und wie Du sie sinnvoll in Prozesse integrierst! Hier geht’s zu unserem KI-Workshop.

Longtimeline

mode_comment Hast Du Fragen zum Thema?

Ist etwas unklar? Bist Du Dir nicht sicher, wie Du das Thema in Deinem Unternehmen anwenden kannst? Dann melde Dich gerne direkt bei uns. Wir versuchen, alle Deine offenen Fragen zu beantworten!

  • Dieses Feld dient zur Validierung und sollte nicht verändert werden.

Über Yvonne Romes

Yvonne ist studierte Politik- und Rechtswissenschaftlerin, entdeckte jedoch bereits früh ihre (größere) Leidenschaft für Digitalmarketing. Sie ist unsere Expertin für ganzheitliche Digital Marketing Strategien und Inhouse-Optimierungspotentiale. Erfahrungen dazu bringt sie unter anderem aus Tätigkeiten bei Marken wie sparhandy.de und OBI Digital mit. Yvonne verfügt zudem über einen Lehrauftrag für Digitales Marketing an der FOM Hochschule in Köln und tritt regelmäßig als Speakerin bei Fachkonferenzen in Erscheinung. Bei planinja ist Yvonne die Expertin auf dem Gebiet der ganzheitlichen Digital Marketing Strategien. Unsere Kunden profitieren von ihrer souveränen Art der Moderation und analytischen Denkweise, die zur gezielten Identifizierung von Potentialen und Optimierungsansätzen führt.