Markenkommunikation: So schaffst Du Aufmerksamkeit für Deine Marke
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Eine gute Markenkommunikation sorgt für Aufmerksamkeit und Neukunden. Nur wie macht man es richtig? In diesem Beitrag lernst Du die Unterschiede zwischen einer Pull- und Push-Kommunikation kennen. Anhand eines Praxis-Beispiels bekommst Du wertvolle Tipps zum Aufbau deiner Markenkommunikation.
Dieser Beitrag ist ein Auszug aus dem wissenschaftlichen Essay von Gian-Luca Ferralis: „Möglichkeiten der e-Communication gegenüber klassischer Markenkommunikation“ an der FOM Hochschule für Oekonomie & Management in Köln.
Lesezeit ca. 9 min
Der Begriff Markenkommunikation bündelt alle Kommunikationsmaßnahmen einer Marke. „Aufgabe der Markenkommunikation ist es demnach, Markenbekanntheit aufzubauen und positionierungsgerechte Assoziationen integriert und zielgruppengerecht zum Aufbau und zur Schärfung eines einzigartigen Markenimages zu vermitteln.“ (Stenger, D., Virale Markenkommunikation, 2012, S.24)
In der Markenkommunikation unterscheidet man zwischen zwei Arten, die sich wie folgt voneinander unterscheiden: die Push- und die Pull-Communication.
Die Push-Communication oder auch Inside-Out-Kommunikation ist nach dem klassischen Kommunikationsmodell „Sender-Empfänger“ aufgebaut. Deswegen spricht man auch von „klassischer Kommunikation“. Das bedeutet, die Kommunikation wird vom Unternehmen initiiert und richtet sich an den Markt. Dazu gehört Pressearbeit, Zeitungswerbung oder auch Außenwerbung. „Die Funktionen der Kommunikation liegen primär in der Information und Beeinflussung der Konsumenten sowie der Bestätigung ihrer Verhaltensweisen“ (Bruhn, M., Kommunikationspolitik, 2013, S.32)
Dem gegenüber steht das Dialogmodell, die Pull-Communication, beziehungsweise Outside-In-Kommunikation. Die Zweiweg-Kommunikation legt Wert auf Interaktivität. „Der Anbieter schafft einen Pool von Informations- und Interaktionsangeboten, bei dem der Nachfrager entscheidet, ob und wie er sie in Anspruch nehmen möchte“ (Bruhn, M., Markenkommunikation, 2014, S.23f). Diese Art der Kommunikation ist deutlich interaktiver und klassischerweise bekannt aus dem Direkt und Dialog-Marketing. Durch das Internet und e-Business haben sich deutlich mehr Interaktionswege entwickelt, um in den Dialog zu treten. Darüber hinaus können Angebote gemacht werden und Informationen oder Content geliefert werden, ohne dass bisher geschäftliche Beziehungen bestanden.
Die Herausforderungen bei der Markenkommunikation sind vielfältig. Oftmals sehen viele Unternehmen eine Herausforderung darin, sich für die Push- oder die Pull-Communication zu entscheiden, weil sie diese als gegensätzlich agierend ansehen. Dabei stehen sie nicht in Konkurrenz zueinander, sondern verfolgen unterschiedliche Aufgaben.
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Beispiel einer Werbekampagne zur Markenkommunikation (hier auf YouTube)
Auch die Baumarktkette Hornbach steht mit ihrer Markenkommunikation und Kampagnen vor der Herausforderung, die breite sich verändernde Zielgruppe zu erreichen. Das schaffen sie durch kreative Spots und Botschaften. Die Messages und auch der Jingle gehen ins Ohr und bleiben verankert. Die bekanntesten Kampagnen nutzen eine direkte und kernige Ansprache, zeigen echte Menschen in nicht immer realen Situationen. Bekannt sind diese klassischen Maßnahmen zum Beispiel aus Prospekten oder in Kampagnenform aus dem Fernsehen und der Außenwerbung.
Neben Push-Communication nutzt Hornbach auch vermehrt Pull-Communication. Das Unternehmen hat verstanden, dass es mit wertvollem Content rund um das Thema Do-It-Yourself effektiv Kunden ansprechen kann. In der Baumarktbranche sind unter anderem Themen zur Nachhaltigkeit, sowie Anleitungen zum Thema Do-It-Yourself von Relevanz.
Mit passenden Angeboten schaffen es Baumärkte wie Hornbach auch die jüngere Zielgruppe anzusprechen und diese zu halten. So gibt es auf YouTube die „Meisterschmiede“, die den Konsumenten schnell und verständlich Bauanleitungen in Videoform liefert. Auf der Website werden zudem Berichte und Ratgeber zur Verfügung gestellt. Diese Hilfestellungen sind oftmals unabhängig und gehen nicht auf bestimmte Produkte ein, die nur bei Hornbach erhältlich sind. Sie dienen dem Kunden als eigenständige Informationen.

Hornbach veröffentlich informative Beiträge, um die eigene Marke im richtigen Umfeld zu platzieren.
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Hornbach nutzt Werbemedien im Push-Marketing bereits in der Vergangenheit gut und erfolgreich. Einige TV-Spots haben Bekanntheit erlangt, da sie mit Klischees spielen und sich auf aktuelle Situationen beziehen. Darüber hinaus geht das Unternehmen auch immer neue kreative Wege.
So nutze Hornbach bereits Installationskunst in Parks und hat diese fotografieren und filmen lassen. Daraus entstanden ein Film sowie eine Plakatkampagne. Die OOH-Kampagne wurde bei der Preisverleihung „Plakadiva“ 2020 in der Kategorie „Beste Innovative Nutzung“ prämiert.
Vor allem über seine Ratgeber hat Hornbach den Bereich der Pull-Communication zuletzt massiv ausgebaut. Bei Hornbach lässt sich das Content-Marketing in drei Kategorien unterteilen: Help-, Hub- und Hero-Content.

Unterhaltsame Geschichten des Macher-Magazins von Hornbach
Hero-Content hat die Aufgabe Aufmerksamkeit zu generieren und zu pulsieren. Damit wird eine Marke zum Gesprächsthema. Diese Art von Content gehört zu den ausgefalleneren Werbemöglichkeiten und dient der Viralität. Hornbach entwickelte hierfür die Aktion „Hornbach Hammer“, dabei wurden Hammer aus einem ausrangierten Panzer hergestellt und verkauft.
Wie Du an dem Beispiel erkennst, besitzt das Thema Veränderung der Markenkommunikation eine hohe Relevanz für die Zukunft. E-Business wird immer wichtiger für Unternehmen und in weiteren Bereichen Einzug finden. Einige Unternehmen haben sich bisher wenig mit dem Thema auseinandergesetzt und stehen nun vor großen Veränderungen.
Zudem wandelt sich die Customer Journey. Neue Berührungspunkte entstehen vermehrt auf digitaler Ebene. Die Kunden werden eigenständiger und selbstbestimmter, sie informieren sich und recherchieren. Deswegen müssen Unternehmen auch mehr Content und Information anbieten, die von der Zielgruppe nachgefragt werden.
Außerdem entstehen immer neue Plattformen, auf denen sich Communitys bilden, die sich ansprechen lassen. Dafür müssen Unternehmen die Plattformen entsprechend nutzen und auch hier einen Mehrwert bietet. Zu diesen Plattformen gehören zum Beispiel TikTok oder Instagram Reels.
Um relevant zu bleiben und eine Marke sinnvoll auf diversen Plattformen oder Apps zu vertreten, gehört eine gezielte Auswahl und stimmige Integration in den Kommunikationsmix. Außerdem muss der Content zum Unternehmen und zur Plattform passen.
Bei näherer Betrachtung und am Beispiel Hornbach wird deutlich, dass bei beiden Arten der Communication unterschiedliche Ansprüche und Absichten bestehen und es deswegen nicht um die Entscheidung zwischen Push- oder Pull-Communication, sondern um die gezielte Verknüpfung beider Werbearten, gehen sollte.
Die eigentliche Herausforderung liegt darin, den idealen und zum Geschäft passenden Mix zu erarbeiten, der sich dem Kunden einheitlich und ohne Abbrüche präsentiert. Dabei muss eine stringente Kommunikation gegenüber der Zielgruppe bestehen und das Angebot sich an Gegebenheiten und Veränderungen anpassen.
Das bedeutet nicht, dass jeder Trend verfolgt werden muss oder sollte, sondern gezielte Erweiterungen im Hinblick auf die Zielgruppe, das Business und der Markenkommunikation durchgeführt werden müssen.
Die Markenkommunikation richtet sich an Kunden und ist vielschichtig sowie komplex. Sie besitzt eine hohe Relevanz, da sie die Interaktion zwischen Unternehmen und Kunden beschreibt und zu jeder Marke dazugehört.
E-Business und die dazugehörige e-Communicaton bieten viele neue Interaktionsräume. Kunden nutzen diese vermehrt, deswegen sollten sich Unternehmen hier ansiedeln. Die Customer-Journey erweitert sich ebenso auf viele neue Touchpoints, die zunehmend digitaler werden. Auch der Kundenlebenszyklus verlängert sich in neue Online-Räume. Deshalb sollte gelten:
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass ein Marketingmix, der klassische sowie moderne Formen der Push- und Pull-Communication verknüpft, eine stringente, einheitliche und passende Markenkommunikation für Konsumenten schafft und damit für Unternehmen am sinnvollsten und gewinnbringendsten ist.
Zielgruppen werden individuell und passend angesprochen, Markenbotschaften nachhaltig ausgespielt und Sympathie und Flexibilität des Unternehmens aufgezeigt. Auch im Hinblick auf die Customer-Jouney lassen sich so die relevanten Touchpoints abdecken. Kunden werden nicht überlastet, sondern sie werden durch die Bereitstellung von Content, der ihrem Bedarf entspricht und ihnen die Möglichkeit zur Interaktion bietet, begleitet. Die modernen Chancen werden genutzt und die klassischen Potentiale ausgeschöpft. Dieses Konstrukt ist zukunftsweisend, da es sowohl den Anforderungen der Unternehmen als auch der Kunden gerecht wird.